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Physikalische und physiologische Grundlagen
Grundlage der Ophthalmodynamometrie bilden - wie bei der Blutdruckmessung nach Riva Rocci - die bei Erhöhung des extravasalen Drucks in Erscheinung tretenden Pulsationsphänomene. Bei Überschreiten des diastolischen Blutdrucks ist der intermittierende Gefäßkollaps am Auge unmittelbar zu beobachten, während er bei der Blutdruckmessung am Arm in Form der Korotkoff'schen Geräusche nur indirekt zu auskultieren ist. Weil das Auge ein nahezu kugelförmiger Körper ist, führt jede Formveränderung zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks. Auf dieser physikalischen Gesetzmäßigkeit beruhen alle Verfahren oder Vorrichtungen, mit denen der Umgebungsdruck des Bulbus, bzw. der Augeninnendruck gesteigert werden kann. Die Pulsphänomene werden dabei entweder ophthalmoskopisch beobachtet oder elektronisch registriert. Beim Kontaktglas-Dynamometer wird das Kontaktglas dazu benutzt, das Pulsphänomen zu beobachten und mit diesem selbst wird der Augeninnendruck erhöht. Das Kontaktglas hat nicht nur den Vorteil der besseren Optik, sondern es ermöglicht die Beobachtung der Papillengefäße in stärkerer Vergrößerung. Während bei der indirekten Ophthalmoskopie mit der 14 Dioptrien-Lupe die Papille unter einem Winkel von 2,2° erscheint, sieht man sie bei der Untersuchung mit dem Kontaktglas und zwölffacher Spaltlampenvergrößerung hingegen unter einem Winkel von etwa 11°. Unter diesen Voraussetzungen erscheinen demnach die Papillengefäße bei der Kontaktglasuntersuchung 5-mal größer als bei der indirekten Ophthalmoskopie!
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